Corona- Was ich davon halte

Ich greife den Stichtag 12. Mai 2020 heraus und vergleiche die Meldungen

 

Die Regierung und die Medien
Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 933 auf 170.508, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten zeigen. Die Zahl der Todesopfer steigt binnen 24 Stunden um 116 auf 7533. Damit sind 4,4 % der Infizierten gestorben.“

Der typische Gegner

Die Zahl der aktiv am Coronavirus erkrankten und positiv getesteten Bürger in Deutschland sank um 783 auf 15.775, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten zeigen. Die Zahl der genesenen Bürger stieg binnen 24 Stunden um 1.600 auf 147.200. Auf Grund der hohen Dunkelziffer ist die Sterberate kleiner als bei der Grippe 2017, wo rund 30000 Menschen in Deutschland starben.

 

Was beide verschweigen

Die Zahl derjenigen, die die Krankheit hinter sich haben, stieg um 1716. Davon sind 6,7% gestorben. Die Sterberate ist falsch, denn von den aktiv infizierten werden auch noch Menschen sterben. Damit stieg die Sterberate wieder geringfügig auf 4,956 % an. Soweit die eine Seite. Ohne Maßnahmen und nach und nach 60 Millionen Infizierten, davon 6 Millionen erkannte Fälle, gäbe es rund 300000 Tote.
Man verteilt die Toten der Lombardei nach wie vor auf Italien, um die Gefahr kleinzureden. Die Regierung, um das Desaster der Vorbereitung auf eine Pandemie zu vertuschen. Die Coronaskeptiker, weil es scheinbar ihre Hypothese unterstützt.

 

Beide Seiten geben keinen objektiven Überblick über die tatsächliche Situation. Die eine Seite betont die hohe Zahl der Infizierten und gibt eine zu niedrige Sterberate unter den erkannten Infizierten an, die andere Seite spekuliert entgegen jedem Untersuchungsergebnis über die Dunkelziffer. Den Rekord der unsinnigen Spekulationen gab es bei der Dunkelziffer in Schweden. Explizit ausgerechnet:  6 Millionen in Stockholm. Stockholm und Umland hat aber nur 2 Millionen Einwohner. Die Spekulation wurde nach der Entlarvung zurückgezogen.

 

Wie ich mir meine Meinung bildete

 

Angesichts dieser Faktenlage bleibt mir nur, selbst zu prüfen. Virologe bin ich nicht, aber mit Statistik kenne ich mich als ehemaliger Mathematiklehrer(Gymnasium) aus.

 

Zunächst musste  ich prüfen, ob die Statistiken gefälscht sind. Dazu eignet sich die Benfordstatistik.

Bei natürlichen Prozessen, deren Werte sich um mehr als 2 Zehnerpotenzen unterscheiden und mehr als eine Ursache haben( Erkrankung, Testhäufigkeit, sich ändernden Verhaltensweisen), richtet sich die Häufigkeit der Ziffern nach der Benfordstatistik. Die  kann man zwar theoretisch fälschen, aber dann müssten ungefähr 310 Personen eingeweiht werden. Sie müssen aus den Landkreisen (fast 300) die zugewiesenen Daten an das Land und jedes Land diese an das RKI melden. Dabei darf es in keiner Klinik

mehr neue Fälle als gemeldet geben, denn dann wüsste man in der Klinik Bescheid. Niemand dürfte reden. Eine Person, die das Gespräch aufzeichnet oder die Mail veröffentlicht, reicht, um alles auffliegen zu lassen. Praktisch nicht zu garantieren.

Ich habe für zahlreiche Tage dabei sowohl die Fälle als auch den Anstieg untersucht. Zwei Tage dienen als Beispiel. Zur leichteren Zählung habe ich Werte mit gleichen ersten Ziffern gleich gefärbt und die Ziffernhäufigkeit gezählt. Das folgende Beispiel zeigt für zwei Tage, wie ich es gemacht habe. Die Bundesländer sind in der Reihenfolge des RKI aufgeführt.

Anzahl

Anstieg

Anzahl

Anstieg

10.943

1.149

12.334

1.391

13.989

1.108

14.810

821

2.464

104

2.575

111

761

40

798

37

286

11

294

8

2.053

207

2.191

138

3.091

486

3.283

192

356

8

366

10

3.732

282

4.063

331

12.178

778

13.225

1.047

2.584

188

2.726

142

706

146

782

76

1.795

178

1.882

87

592

0

680

88

1.049

44

1.120

71

719

22

784

65

Ziffer

 

 

 

 

 

 

1

 

5

7

 

5

7

2

 

4

3

 

4

 

3

 

3

 

 

2

2

4

 

 

3

 

1

 

5

 

1

 

 

 

 

6

 

 

 

 

1

1

7

 

3

1

 

3

2

8

 

 

1

 

 

4

9

 

 

 

 

 

 

Summe

 

16

15

 

16

16

Die 0 bedeutet keine Meldung und deshalb gibt es an diesem Tag nur 15 Daten.

Nun zur Betrachtung der gesamten Untersuchung.

1. Ziffer

Anzahl

Prozent

Theorie

Toleranz

Abweichung

1

120

34,48%

30,1 %

5,87%

4,38%

2

62

17,82%

17,6 %

4,22%

0,22%

3

41

11,78%

12,5 %

3,43%

-0,72%

4

33

9,48%

9,7 %

3,08%

-0,22%

5

21

6,03%

7,9 %

2,46%

-1,87%

6

15

4,31%

6,7 %

2,08%

-2,39%

7

25

7,18%

5,8 %

2,68%

1,38%

8

19

5,46%

5,1 %

2,34%

0,36%

9

12

3,45%

4,6 %

1,86%

-1,15%

 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Benfordsches_Gesetz  Dabei fällt auf, dass die Ziffer 6 seltener als erwartet vorkommt und außerhalb der zu erwarteten statistischen Schwankung liegt. Allerdings bedeutet der Toleranzwert  nur, dass alle Werte mit einer hohen Wahrscheinlichkeit  innerhalb dieser Schwankungsbreite liegen sollten. Was bei 8 von 9 Werten mit einer Wahrscheinlichkeit von 88,9% schon annähernd erfüllt ist. 
Insgesamt habe ich 348 Ziffern untersucht. Es waren die Werte von 22 Tagen mit 4 Fällen ohne Meldung aus je einem Bundesland, denn  22*16-4=348. Was wäre, wenn nur eine 6 mehr darunter wäre? Mit 16:349=0,0458 = 4,58% ist die Differenz 6,7% - 4,58% = 2,12. Damit sehr nahe der Toleranzgrenze.  Damit handelt es bei den Daten des RKI mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit um keine Fälschung.

 

Aber es gibt ein Gegenargument, dass  in der Zeit einer wachsenden Zahl von registrierten Neuinfektionen sehr populär war:
Wenn in einer Woche (oder in einem Land) 10.000 Tests durchgeführt werden und dabei 1.000 Infektionen festgestellt werden, in der nächsten Woche (oder in einem anderen Land) aber 20.000 Tests und 2.000 Infektionen, dann ist daraus keine höhere Ausbreitung des Virus abzuleiten, sondern nur eine größere Zahl der Messungen. 
Dabei wird zunächst verschwiegen, dass ein solcher statistischer Zusammenhang nur dann besteht, wenn rein zufällig getestet wird, also nicht gezielt getestet wird. Zweitens sind die Zahlen willkürlich so gewählt, dass exakte Proportionalität besteht. Sie haben mit der tatsächlichen Zahl der Neuinfektionen und der tatsächlichen Zahl der Tests aber nichts weiter zu tun, als dass sie wachsen. Man muss also die realen Werte zugrunde legen.

 

Von Paul Schreyer, dessen Meinung ich oft sehr schätze und  erbitterter Gegner einer Corona- Krise stammen die folgenden Angaben: Die Anzahl der durchgeführten Tests in Deutschland betrug in KW 11 knapp 130.000, in KW 12 aber fast 350.000. Nicht nur die Zahl der positiv getesteten Fälle hat sich also ungefähr verdreifacht, sondern auch die Menge der Tests. Die tatsächliche Steigerung der Fälle, bezogen auf die Anzahl der Tests, beträgt lediglich einen (!) Prozentpunkt: In Kalenderwoche 11 wurden knapp 6 % der Untersuchten positiv getestet, in KW 12 hingegen 7 %.

Der geringfügige Irrtum zuerst: 7/6= 1,167, d.h. es gäbe also einen Anstieg von wenigstens 16,7 % gegenüber der Vorwoche und keinen Anstieg von einem Prozent, falls er wenigstens sonst Recht hätte.

Jetzt aber zu den Zahlen des gravierenden Irrtums: 7% von 130000 sind 9100. Bei einem rein zufälligen Testen müssten aber 7% der Deutschen infiziert sein, um zu diesem Ergebnis zu kommen. 7% der Deutschen sind 0,07*83000000=5.810.000. Die Kalenderwoche 12 war die Woche vom 15. bis 22. März. Am 22.3. gab es offiziell 18610 Infizierte. Damit die Argumentation richtig sein kann, hätte es auf jeden erkannten Infektionsfall 311 unbekannte Fälle (Dunkelziffer) geben müssen. Niemand hat bisher eine Dunkelziffer größer als 30 behauptet. Die meisten Autoren gehen von 6 bis 10 und nicht von 300 aus. Was folgt daraus: Bei einer Dunkelziffer von 30 zu 1 ist der Anstieg zu 90% real und bei 10 zu 1 sogar zu 97% real, da äußerst gezielt Verdachtsfälle getestet wurden. Dadurch sinkt die Dunkelziffer allerdings allmählich ab, wenn die Suche noch zielgerichteter wird. Entscheidender ist aber dieser Fakt: Am 22.3. starben 9 Menschen (55-46) laut RKI, 10 Tage später am 1. 4. waren es schon 149 (732- 583) an einem Tag. Zwei Wochen am später 15.4.  starben   285 (3.254- 2.969) Menschen. Wenn die Coronaskeptiker Recht hätten, wäre das nur die Folge besserer Tests. Dann gäbe es aber eine riesige Dunkelziffer bei den Opfern. Ab Kalenderwoche 11 und keinem realen Anstieg wären das 285-9= rund 275 Tote und auf 30 Tage hochgerechnet rund 8250 Tote, die uns verschwiegen wurden. Diese Überlegung haben die Coronaskeptiker nie angestellt. Sie haben sich in der sehr frühen Phase mit sehr wenig Toten eine Meinung gebildet und ihren Standpunkt nie wieder kritisch hinterfragt.
Um Corona kleinzurechnen, ist folgender Trick beliebt, den ich am Beispiel Italiens erkläre: Die hohen Opferzahlen in der Lombardei werden durch die Verwendung des Begriffs Italien auf die Einwohner ganz Italiens verteilt.  Die Lombardei hat rund 10,06 Millionen Einwohnern und rund 16000 an oder mit Corona verstorbenen Menschen. Das sind rund 0,16% der Bevölkerung, wobei inzwischen bekannt ist, dass rund 25% der Bevölkerung Antikörper haben. Von 2,5 Millionen Infizierten sind also 16000 Menschen gestorben. Daraus folgt eine Sterblichkeit von 16000/2000000=0,0064 oder 0,64 % der Bevölkerung. Es geht auch mit dem Dreisatz. Es gibt 4  mal mehr Einwohner als Infizierte, also 0,16% *4= 0,64 %. Italien selbst hat 60 Millionen Einwohner und damit Restitalien 50 Millionen Einwohner. Dort sind 18000 Menschen gestorben. Das sind nur 0,036 % der Bevölkerung statt 0,16%. Also nur 22% der lombardischen Sterblichkeit.

Amüsant ist auch dies: Gern werden die die Daten des RKI für sehr ungenau oder gar gefälscht erklärt. Dann wird mit eben denselben Daten des RKI das Überschreiten des Höhepunkts der Pandemie lautstark verkündet. Dass das dazu verwendete lokale Maximum weniger als 1% höher lag als das nächste lokale Maximum und damit selbst  auf Grund der tatsächlich vorhandenen Fehlerspanne nicht bestimmbar ist, welches das globale Maximum ist,  wird ebenfalls ignoriert.
Ein besonders dummes und gefährliches Argument ist auch dieses: Wenn von 100 Tests nur ein Prozent falsch ist, gibt es bei 100000 Tests 1000 fälschlich Infizierte. Folgerung: Es gibt Corona nicht mehr, da die Anzahl der Neuinfektionen kleiner als 1000 ist. Dummerweise tritt Corona in Form von Clustern auf. Wenn also 10 Personen einer Feier von 100 Personen als infiziert getestet werden, liegt der Erwartungswert einer fehlerhaften Diagnose bei einer Person. Dann  sind immer noch 90% der positiv getesteten Personen infiziert. Die zahlreichen Fälle im Zusammenhang mit Gottesdiensten, dem Zuckerfest oder  einem Restaurantbesuch bleiben damit eindeutig nachgewiesen.
Bei tausend Getesteten einer Firma und 200 positiven Fällen( fälschlich 10 Tests) bleiben 190 richtig und damit 95% real.
Zur Ehrenrettung  der Coronaskeptiker möchte ich jedoch betonen, dass ein bedeutender Teil der richtigen Interpretation von Statistik erst ab Klasse 11 und davon zum Teil auch nur in Leistungskursen vermittelt wird. Einige Anforderungen und Möglichkeiten (z.B. Reliabilitäts- Validitätsdilemma, Rangkorrelation) kenne ich sogar nur durch meine Diplomarbeit. 

 

Wie gefährlich ist das Virus wirklich?

 

Um diese Frage zu klären, muss man Länder oder Landkreise untersuchen, wo die ersten Schutzmaßnahmen erst bei einer relativ hohen Zahl von Infizierten erfolgten.
In Deutschland ist der Landkreis Tirschenreuth besonders geeignet.
In den Jahren 2015 bis 2019 starben im März 93,86,97,107 und 88 Menschen. Der Durchschnitt liegt bei 94 Menschen.  Im März  2020 waren es 146 und damit deutlich mehr als im Grippejahr 2017 mit 107 Toten.  Bis zum 22.4. gab es im Landkreis 88 an oder mit (das mit ist dabei nur unbedeutend, wie ich später zeigen werde) Corona Verstorbene. Quelle:
https://www.kurier.de/inhalt.corona-opfer-fuenf-weitere-corona-tote-im-landkreis-tirschenreuth.a42a9550-9015-46bf-934a-33d7b1ca689f.htm
Die Einwohnerzahl beträgt rund 72500. 72500/88= 824. Jeder 824 ste Einwohner ist gestorben. Rechnet man das auf Deutschland hoch, so handelt es sich um 100000 Menschen, die bei späterem Maßnahmebeginn  an oder mit Corona gestorben wären. Der Bundesstaat New York hat rund ein Viertel der Einwohnerzahl Deutschlands und es sind über 30000 Menschen an oder mit  Corona verstorben. Auf Deutschland hochgerechnet: 120000 Tote.
In Nembro (über 11000 Einwohner)in der Region Bergamo  sind im März ungefähr elfmal so viele Menschen gestorben wie in dem Vergleichsmonat davor, und es sind mehr Menschen im März gestorben als im gesamten vorigen Jahr oder den vorhergehenden Jahren, sodass hier eine deutliche Erhöhung der Sterblichkeit stattgefunden hat. Normalerweise sind es 9 bis 10 Sterbefälle pro Monat. Im gesamten Zeitraum der Masseninfektionen sind 166 Menschen gestorben, d.h. 1,4% der Bevölkerung.

Nur  85 davon hatten einen positiven Test auf das SARS-CoV-2-Virus, wobei es sich nur um im Krankenhaus Verstorbene handelt. Gesichert sind nur die 85 Fälle, also 0,7 %. 0,7% der deutschen Bevölkerung wären rund 580000 Tote, also über eine halbe Million Tote.
Selbst für die Lombardei als Ganzes sind die Zahlen sehr hoch.
Von den etwa 10 Millionen dort lebenden Menschen werden rund 16.000 offiziell als Covid-19 Opfer geführt. Die Übersterblichkeit betrug jedoch insgesamt 29000 Menschen. Auf Deutschland hochgerechnet wären das  130000 Coronatote bzw. mit der sonstigen Übersterblichkeit 240000 Tote.
Ohne Maßnahmen wären auch in Deutschland weit über hunderttausend an oder mit Corona gestorben.

Kann man diese Zahl für Deutschland präzisieren?
Es gilt als sicher, dass ein Infizierter (mit großer Schwankungsbreite) durchschnittlich 3,2 Personen anstecken kann. Erst wenn 2,2 von 3,2 Personen bereits infiziert wurden, würde die Rate der Neuansteckungen von allein auf 1 sinken. Das ist aber noch nicht das Ende. 2,2/3,2 *83000000=57 Millionen. Davon werden bei einer Dunkelziffer von 10:1 rund 5 Millionen Fälle erkannt. Davon sterben 4,9%. Das wären 245000 Tote oder 0,3 % der Bevölkerung. Das wäre aber noch nicht das Ende aller Neuerkrankungen.

Sind die Verstorbenen nicht fast alle Menschen, die ohnehin ein paar Tage später gestorben wären?

Kein Pathologe hat je eine Person nach ihrem Tod und zugleich 15 Tage und 150 Tage zuvor obduziert. Deshalb kann er zwar angeben, dass eine Vorerkrankung allein bald zum Tode geführt hätte, aber nicht, wie lange „bald“ ist.
Die Statistik kann  die Mindestlebenserwartung hingegen gut abschätzen.
Dazu nehmen wir die Daten von Nembro. 85 gesichert an Corona Verstorbene in einer Zeitspanne, in  welcher  sonst nur 10 Personen sterben. Es sind also zusätzlich 75 Menschen verstorben. Ohne Corona also die Toten von 7,5 weiteren Monaten. Wenn alle diese Menschen also in den nächsten 7,5 Monaten verstorben wären, so ergibt sich ihre durchschnittliche Lebenserwartung zu 3,75 Monaten und die maximale zu 7,5 Monaten. Damit ist klar: Sie sind an Corona und nicht nur mit Corona verstorben. Aber diese Überlegung gilt nur, wenn in den nächsten 7,5 Monaten niemand sonst sterben würde. Tatsächlich ist das aber eine sehr unrealistische Annahme. Die mittlere Lebenserwartung  muss also über diesen Werten liegen. Bei einer Durchseuchung von 70% wären es 5 Monate.
Nun zur Dunkelziffer. Tatsächlich sind rund 150 Menschen mehr als sonst gestorben und nicht nur 85. Wer außerhalb des Krankenhauses verstarb, wurde nicht nachträglich auf Corona getestet. Wie sieht es mit verschobener Behandlung bei anderen Erkrankungen aus bzw. dem Vermeiden von Arztbesuchen aus Angst. Zahlen aus Italien liegen mir nicht vor, doch in Deutschland erkranken täglich rund 1400 Menschen neu an Krebs. Gäbe es keine Krebsbehandlung, so würden täglich etwa 1400 Menschen an Krebs sterben. Wie lange nach erkannter Erkrankung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ich bin von etwas mehr als drei Jahren ausgegangenen und habe mit den Werten von 2016 gerechnet In hundert Tagen 140000. Das wäre ein Toter auf 600 Menschen (140000*600= 84 Millionen). In einem Ort wie Nembro also 20 in 100 Tagen oder  6 in einem Monat. Ähnlich liegende  Zahlen sind für einige andere bedrohliche Erkrankungen in 100 Tagen anzunehmen. Auf Nembro umgerechnet wären das  bis zu 20. Damit dürften etwa 130 Menschen an Corona verstorben sein. Wegen 130/85=1,53 steigt die anzunehmende mittlere Lebenserwartung der Vorgeschädigten auf rund 5*1,5= 7,5 Monate an. Bei einem intakten Gesundheitssystem wären alle Behandlungen trotzdem möglich gewesen. Diese 10 bis 20 Toten starben nicht an Coronamaßnahmen, sondern am System.

Was bringen die Maßnahmen?

Die Fakten sind eindeutig. Rechtzeitig ergriffen, kann man die Krankheit damit ausrotten.

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_88046522/wie-neuseeland-den-kampf-gegen-das-coronavirus-gewann-.html

Masken bremsen ausgeatmete Aerosole, die Viren enthalten können.
Distanz vermindert die Wahrscheinlichkeit, Aerosole mit Viren einzuatmen.
Ein App ist sowohl mit GPS als auch BlueTooth ungenau und wird kaum zur Eindämmung beitragen, da alle Benachrichtigungen sehr spät erfolgen und oft fehlerhaft sind. Dafür ist eventuell über das Betriebssystem oder Software zur Auswertung der Apps eine Überwachung von Aktivitäten möglich. Den Quelltext der App allein öffentlich zu machen, bietet keine Sicherheit vor Überwachung.

Sterben durch die Maßnahmen andere?

Krebsbehandlungen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie schwächen das Immunsystem und machen die Betroffenen anfällig für Infektionskrankheiten. Eine Covid-19-Erkrankung droht unter diesen Voraussetzungen schwer zu verlaufen. Deshalb sollten Krebskranke die Infektionsgefahr so weit wie möglich senken. Fehlen in einem Krankenhaus ausreichende Mittel, um eine Ausbreitung von Corona auf Krebspatienten zu verhindern gibt es keine Wahl. Coronabehandlung und Krebsbehandlung müssen auf verschiedene Krankenhäuser verlegt werden.

Wenn ein Krebskranker mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatte, muss über eine Verschiebung der Therapie nachgedacht werden. Jede der beiden möglichen Entscheidungen kann tödlich sein(Quelle: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Krebs-Vorsorge-und-Therapie-in-Corona-Zeiten,coronavirus1236.html ). Es ist falsch, diese Opfer den Schutzmaßnahmen zuzuordnen.

Auf Rügen bezogen: Gäbe es das Krankenhaus in Sassnitz noch oder auf Schwerin bezogen, das Krankenhaus am Lewenberg noch, wäre die Entscheidung einfach: Das eine hier, das andere dort.

Kann man die Gefährlichkeit eines Ausbruchs mathematisch berechnen?

Das Problem ist, ab wann stuft man eine Pandemie als besonders gefährlich ein? Die Grippewelle von 1918 war es mit 50 bis 100 Millionen Toten sicherlich. Ursprünglich dachte man, es wären nur 20 Millionen. Auch da galt die Pandemie als gefährlich. Bleiben wir bei diesem Wert und, sagen, wenn bei 20 Millionen Toten die Reproduktionszahl R gleich 1 ist, ist eine Pandemie gefährlich. Dabei gehen wir davon aus, das es kein Medikament und keine Impfung gibt und keine Maßnahmen ergriffen werden.   Auch danach sterben noch Menschen, aber die Anzahl der aktuell Infizierten sinkt ständig. Wie berechnet man R? Die ganz am Anfang ermittelte Reproduktionsrate nennen wir Ro. Dann gibt der Wert D den Durchseuchungsgrad an, bei dem R=1 wird. Es gilt D =(Ro-1)/Ro. Ich begründe nur anschaulich. Wenn Ro = 4 ist, so ist es so, dass ein Infizierte durchschnittlich 4 Menschen ansteckt. Sind nun schon ¾ immun, so kann nur noch jeder Vierte angesteckt werden, also eine Person. ¾ ist aber (4-1)/4.Allgemein also D=(Ro-1)/Ro. Probieren Sie es mit 3 aus. Geht auch. Ferner nennen wir die Anzahl aller Menschen M. Außerdem ist noch die Sterberate S zu beachten. Sie ist höchstens 1, dann sterben alle Infizierten. Sie erinnern sich: 100% ist das Ganze, als 1. 1% ist dann 0,01 usw.  Jetzt zu Formel, in der T die Anzahl der Toten bedeutet: Wenn T=M*D*S> 20 000 000 ist, dann ist eine Pandemie gefährlich.
Wie sieht das mit Corona aus? Ro wird allgemein mit 3,2 angegeben. Dann ist D=(3,2-1)/3,2= 2,2/3,2 = 0,6875. Aus der Lombardei wissen wir, dass es bei 2,5 Millionen Einwohnern mit Antikörpern 16000 Tote gab. Also bei 2,5 Millionen Infektionen 16000 Todesfälle 16000/2500000=0,0064 oder 0,64%. Jetzt können wir T berechnen, wenn wir M=7,7 Milliarden Menschen einsetzen.

 T=7 700 000 000* 0,6875* 0,0064 = 33.880.000. Bis zum Höhepunkt der Pandemie würden also 33.880.000 Menschen sterben. Kann man die Gefährlichkeit früher ermitteln? Es funktioniert auch mit 16 Toten, 25000 Infizierten und Ro=3,2. Denn 16/25000= 0,0064.  T= 7 700 000 000 * 0,6875 * 0,0064 hatten wir schon. Es bleiben 33.880.000 Tote. Unglaublich, aber nach 16 Toten könnte man schon feststellen, dass eine gefährliche Pandemie droht. Leider gibt es die Dunkelziffer. In der Lombardei hat man die Dunkelziffer erst viel später bestimmen können. Ganz so einfach, wie es fast schien, ist es doch nicht. Außerdem hat man am Anfang Probleme, genau zu testen. Also bleiben nur andere Anhaltspunkte, um die Gefahr abzuschätzen. Dazu später mehr.
Im Folgenden mache ich nur einen Überschlag, zu einem exakten Modell schreibe ich später Genaueres. Nehmen wir an, ein Infizierter steckt die 3,2 Personen in durchschnittlich  7 Tagen an, von denen 0,64%  nach durchschnittlich 14 Tagen sterben so ergeben sich mit Ro=3,2 nach 12 Wochen  2500*3,2 10= 281.474.976, von denen zwei Wochen später rund 1.801.439 verstorben sind.
Jeder erkennt die Pandemie.
Nun ist die Vorstellung, man unternimmt gar nichts, absurd. Senkt man durch geeignete Maßnahmen  R auf 1,1, so ergibt wegen (1,1-1)/1,1=0,09  T= 7 700 000 000 * 0,09 * 0,0064=
4.435.200 Tote bis zum Höhepunkt der Pandemie.  Man muss dazu aber alle Maßnahmen beibehalten.  Wie sieht es aber nach 12 Wochen aus: Gäbe es ab dem16. Toten die Maßnahmen schon, so rechnet man
2500  *1,1 10= 6.484 Infizierte, von denen zwei Wochen später 41 verstorben sind. Es immer noch eine gefährliche Pandemie, die sofort nach der völligen Lockerung und dem Verzicht auf persönliche Vorsicht innerhalb von 12 Wochen zu einem Massensterben führen würde. Aber weltweit 41 Tote sollen eine gefährliche Pandemie sein? Das scheint auf den ersten Blick so absurd, dass es  kaum jemand glauben würde.

Die Diktatoren Chinas haben sofort reagiert. Sie brauchen auf die mangelnde Glaubwürdigkeit keine Rücksicht nehmen. Kluge Regierungen wie die Neuseeland auch. In Deutschland hat man 6 Wochen nichts getan. Da gab es schon viel mehr Tote als 16. Damit will ich aber nicht behaupten, dass die Maßnahmen absichtlich hinaus gezögert wurden. Arroganz gegenüber China ist auch ein plausibler Grund. Trotzdem halten viele Leute Corona immer noch für eine Verschwörung. Um ihre Vorstellung glaubhaft vorzutragen, brauchen sie nur zwei oder drei Sätze, in denen eine Zahl nach Maßnahmen gleich Gefahr ohne Maßnahmen gesetzt wird. Ich brauche den ganzen Text hier, um das zu widerlegen.

Einwohnerdichte und Corona

Land

Tote

Einwohner in Tausend

Tote je 100000

Einwohner je km²

meiste Tote

Einwohner- dichte

Land

Tote

Einwohner in Tausend

Tote je 100000

Einwohner je km²

meiste Tote

Einwohner- dichte- Platz

Bayern

2556

13077

19,546

184

 

 

Berlin

210

3645

5,761

4055

 

 

Saarland

168

991

16,953

387

 

 

Hamburg

259

1841

14,068

2424

 

 2

Baden-Württemberg

1816

11070

16,405

308

 

 

Bremen

49

683

7,174

1624

 

 

Hamburg

259

1841

14,068

2424

 

 

Nordrhein-Westfalen

1658

17933

9,246

525

 

 4

Nordrhein-Westfalen

1658

17933

9,246

525

 

 

Saarland

168

991

16,953

387

 

 5

Thüringen

177

2143

8,259

133

 

 

Baden-Württemberg

1816

11070

16,405

308

 

 6

Hessen

498

6266

7,948

296

 

 

Hessen

498

6266

7,948

296

 

 7

Niedersachsen

618

7982

7,742

167

 

 

Sachsen

221

4078

5,419

221

 

 

Bremen

49

683

7,174

1624

 

 

Rheinland-Pfalz

234

4085

5,728

205

 

 

Brandenburg

163

2512

6,489

84

 

 

Bayern

2556

13077

19,546

184

 

 10

Berlin

210

3645

5,761

4055

 

 

Schleswig-Holstein

152

2897

5,247

183

 

 

Rheinland-Pfalz

234

4085

5,728

205

 

 

Nieder­sachsen

618

7982

7,742

167

 

 12

Sachsen

221

4078

5,419

221

 

 

Thüringen

177

2143

8,259

133

 

 13

Schleswig-Holstein

152

2897

5,247

183

 

 

Sachsen-Anhalt

57

2208

2,582

109

 

 

Sachsen-Anhalt

57

2208

2,582

109

 

 

Branden­burg

163

2512

6,489

84

 

 

Meck­lenburg-

20

1610

1,242

69

 

 

Meck­lenburg-

20

1610

1,242

69

 

 

 

Die Tabelle zeigt die die Zahl der Coronatoten je 100000 Einwohner, einmal nach Zahl der Toten und einmal nach Einwohnerdichte sortiert. Die Hälfte der Bundesländer sind 8 Bundesländer. Die 8 Bundesländer mit den meisten Toten sind gelb markiert. 5 der 8 Bundesländer mit den relativ meisten Toten gehören zur Hälfte mit der größeren Einwohnerdichte.  Auf den drei letzten Plätzen befinden sich nur Länder mit einer geringeren Einwohnerdichte. Er äußert sich auch in der Durchschnittsplatzierung der Länder mit den meisten Toten. Er ist 7,375. Die Länder mit den wenigsten Toten liegen auf dem Durchschnittsplatz 9,625. Bei Zufallsverteilung wäre 17/2 =8,5 zu erwarten. Um die Korrelation zu bestimmen, muss man die Rangdifferenzen berechnen. Das ist relativ einfach wie hier, da in jeder Reihe jeder Rang nur einmal vorkommt.

 Die Summe der Quadrate ist 374.
Taucht jeder Rang wie hier nur einmal auf, so erhält man mit 1- (6*374/16*15*17)  den Rangkorrelationskoeffizienten 1-0,55= 0,45.  Damit besteht ein Zusammenhang zwischen Einwohnerdichte und der relativen Totenzahl.

Schweden hat bei einer Einwohnerdichte von nur 23 Einwohnern je km² 50 Tote je 100000 Einwohner. Obwohl eigentlich weniger Tote als in Deutschland zu erwarten wären, sind es mehr als die 10,7 Tote je 100000 Einwohner Deutschlands. Es sind sogar mehr als 2017, als in Deutschland etwa 30 Menschen je 100000 Einwohner an oder mit Grippe verstarben. Auch diese Analyse zeigt, das Corona ohne Maßnahmen gefährlicher als die Grippe 2017 ist.
Fazit

Corona ist eine gefährliche Krankheit, die durch geeignete Maßnahmen in der Ausbreitung verzögert werden kann. Einige Maßnahmen sind nahezu ungeeignet, die Ausbreitung zu hemmen
(z.B.  APP). Da Viren sich nicht bewegen, sondern nur bewegt werden, muss die Ablöseenergie der Viren aus dem Rachen- Lungenraum klein gehalten werden. Singen, Schreien, sportliche oder tänzerische Tätigkeiten sind entscheidend für die Weiterverbreitung. Beim Ausdauersport (Lauf ohne Schnauf usw.) ist nur zu beachten, dass man nicht hinter einem Jogger hinterher läuft. Schwimmer atmen in das Chlorwasser aus. Das ist ungefährlich.

Sinnvoll sind nur fast nur Maske und Abstand. Gottesdienste ohne Gesang, mit Maske und Abstand, Schweigemärsche als Demonstration mit Abstand und Maske usw. sind ebenfalls unbedenklich.
Um die Gefahr zu verdeutlichen: Der Maßstab der Lautstärke Dezibel ist ein logarithmischer Maßstab. Töne mit 70 Dezibel haben 10   mal so viel Energie/ cm³ wie Töne mit 60 Dezibel. Die Energiedichte ist aber gleich dem Druck. Mit 70 Dezibel wird also der zehnfache Unterdruck gegenüber 60 Dezibel ausgeübt, der Viren vom Gewebe saugt. Warum Unterdruck? Dazu können Sie  folgendes Experiment machen: Lassen Sie zwei Papierblätter parallel im Abstand von ca. 2 cm hängen, jedes in einer Hand und pusten Sie dazwischen. Die Blätter werden nach innen gesogen. Das ersetzt eine etwas komplizierte Erklärung.
Gleichzeitig missbraucht die Regierung Corona, um bessere Möglichkeiten der Überwachung zu schaffen und das Demonstrationsrecht über das hygienisch Notwendige hinaus zu beschränken.
Die inzwischen verbreitete Abneigung gegen Masken und andere Schutzmaßnahmen schützt Regierung und Krankenhäuser vor den berechtigten Vorwürfen einer mangelnden Vorbereitung auf eine Pandemie. Im Falle einer zeitnahen weiteren Pandemie kann das verheerende Folgen haben.