Eine seltsame Verdopplung - Warum ich die Rentenlüge nicht glaube

Stellen wir uns drei Menschengruppen vor. Die eine nennen wir R und alle 20 Mitglieder erhalten je 20 Euro, zusammen also 20*20=400 Euro, Die andere Gruppe heißt A und hat 35 Mittglieder. Alle Mitglieder erhalten je 30 Euro. Das sind zusammen 35*30=1050 Euro. Die dritte Gruppe, nennen wir sie U, hat 5 Mitglieder, die je 110 Euro erhalten. Das sind zusammen 5*110=550 Euro. Insgesamt erhalten die 60 Personen 400+1050+550=2000 Euro.

Beim nächsten Mal steht ein größerer Geldbetrag zur Verfügung. Die Mitglieder aller Gruppen bekommen genau das Doppelte je Person. Es soll aber noch einen Unterschied geben. Es sind jetzt 35 Mitglieder der Gruppe R und nur noch 20 Mitglieder der Gruppe A. Die Gruppe U hat wieder 5 Mitglieder.

Die 35 Mitglieder der Gruppe R erhalten 35*40=1400 €. Die 20 Mitglieder der Gruppe der Gruppe A erhalten zusammen 20*60=1200 €. Die 5 Mitglieder der Gruppe U erhalten 5*220=1100 Euro. 1400€+1200€ +1100 sind zusammen 3700 € statt 2000€. Für die einzelnen Mitglieder beider Gruppen hat sich hat der Betrag jeweils verdoppelt. Trotzdem wird nur die 1,85- fache Menge an Geld benötigt.

Die Ursache besteht natürlich darin, das die Gruppe R, die weniger bekommt, größer geworden ist und die Gruppe A, die mehr bekommt, kleiner geworden ist. Wie wir die Gruppen nennen, ist egal. Nennen wir die Gruppe R also Rentner, die Gruppe A Arbeitnehmer und Arbeitslose sowie die Gruppe U Unternehmer und Aktionäre. Die Ursache für die Änderung der Zusammensetzung heißt demographischer Wandel. Auf den ersten Blick wiederspricht die Rechnung unserer Alltagserfahrung. In einer Talkshow kann man sie nicht vermitteln, schon gar nicht, wenn einer dazwischen redet oder gar mehrere zugleich reden, damit die Zuschauer davon nichts erfahren. Achten Sie mal darauf, wer das in Talk- Shows tut. Eine breite Parteienfront versucht, die Rentenlüge als Wahrheit auszugeben.

Zwei Modelle

Von einem einfachen Zahlenbeispiel wechseln wir in der Modellrechnung zu 100%. Bei den Arbeitgebern wird berücksichtigt, das Kleinunternehmer oft noch bis 70 oder länger arbeiten und Aktionäre werden einbezogen. Es wurde ein jährliches Wachstum von 1,75% benutzt. Das entspricht einer Verdoppelung der Gesamtsumme des Nettoeinkommens in 40 Jahren. Anfangs erhielten die einzelnen Arbeitnehmer rund 85% des Durchschnittseinkommens und die einzelnen Rentner 65% des Durchschnittseinkommens. Nach 40 Jahren erhielten in meiner Beispielrechnung die einzelnen Rentner sogar 68% des Durchschnittseinkommens. Das die Unternehmer dabei nicht ganz leer ausgehen, sondern sogar etwas[!) mehr bekommen ist im Modell auch beabsichtigt, um die Legende von der schlechten Behandlung der "Leistungsträger" durch Leute, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, gerade zu rücken. Also, es ist keine "Neiddebatte", ich gönne Ihnen sogar etwas mehr.
Die ebenfalls wachsende Schere zwischen dem Einkommen der Arbeitnehmer und der Oberschicht wurde im 2. Modell nicht berücksichtigt. Wenn Sie nachrechnen, bitte nicht mit dem Einkommen der ganzen Gruppen verwechseln.
Außerdem: Immer mehr Roboter ergänzen in der Arbeitswelt die Arbeitnehmer, so dass eine zwar immer kleiner werdende Zahl von Arbeitnehmern die Rentner versorgen muss. Andererseits wird in den nächsten 20 Jahren die Hälfte der Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt. So stark, um dass aufzufangen, ist der demographische Wandel nicht.

Voraussetzung ist wirtschaftliches Wachstum, dass der Staat durch Investitionen in Bildung und Infrastruktur fördern kann.

Die Rente ist sicher

- es sei denn, andere sollen viel mehr bekommen

Anmerkungen

Der Mittelwert für die Arbeitgeber im 2.Modell kann z.B. auch eine Erhöhung auf das 3,64- fache für die reichere und von nur 2,12 für die "ärmere" Hälfte bedeuten.
Das erste Modell entspricht fast dem Ideal einer gerechten Entwicklung und das zweite Modell mehr der Realität.

Andere Kostenfaktoren
Das Kindergeld würde am Zahlenverhältnis nichts ändern. Da es durch den demographischen Wandel aber weniger Kinder gibt, kann der Betrag pro Kind selbstverständlich auch mehr als verdoppelt werden.

Wahrheit und Legende

Oft wird gesagt: "Deutschland ist ein reiches Land." Die Wahrheit ist jedoch, Deutschland ist ein armes Land, denn es hat Billionen Euro Schulden. Dafür hat es eine sehr reiche Oberschicht.

Eine Statistik (Quelle: Bundesamt für Statistik) und wofür die Flüchtlinge nichts können:
> Die reichsten 0,1% der Bevölkerung besaßen schon 2014 17,41% des Vermögens und die ärmsten 70% der Bevölkerung nur 11,69% des Vermögens. Das war vor der großen Flüchtlingswelle. Diese ist in ihrer konkreten Form durch eine Reihe von Faktoren hervorgerufen worden. Es gab offene Grenzen und die Pflicht von Ländern mit Außengrenzen der EU, sich um Flüchtlinge zu kümmern. Griechenland wurde durch die EU in Form der Troika jede Möglichkeit genommen, dieser Pflicht nachzukommen. Auch die AFD war nicht für eine Lösung der Finanzkrise Griechenlands, die es Griechenland ermöglich hätte, dieser Pflicht nachzukommen. Man wollte Aktionärsrettung und keine Griechenlandrettung, wenn auch anders als die Groko. Ob das Schengener Abkommen, dass dies so geregelt hat, sinnvoll war, ist eine andere Frage. Zu einer Einladung, wie sie Merkel aussprach, war sie nicht berechtigt. Dazu muss man wissen, dass man im Orient ein Gastrecht hat, das weit über unser Gastrecht hinausgeht. Den Flüchtlingen war nicht klar, dass ein anderes Gastrecht gemeint war. Viele wären sonst wohl nicht gekommen. Etliche fordern auch ein, was ihnen Frau Merkel vermeintlich versprochen hat.

Gerechte Renten und Solidarität sind vereinbar, aber nur begrenzt

Zusätzliche Ausgaben, z.B. für Flüchtlinge, wären im ersten Modell kaum (auch für weniger einkommensreiche Menschen) ein Problem, solange sie den Zuwachs an Einkommen nicht unter jährlich von 1,75% unter 1,6% drücken. Den Zuwachs, wohlgemerkt. Dieses Modell gibt es aber nicht.Im zweiten Fall, also der Realität der Bundesrepublik Deutschland, geht dies einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer und Rentner und ist damit ein objektiv sofort existierendes Problem, da ihre Einkommen am Rande des Existenzminimums liegen. Der zunächst sehr kleine Faktor summierte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte. Da Reis, Couscous, Öl und andere Grundnahrungsmittel, aber auch Lehrer, in der Nähe Syriens, Afganistans usw. viel billiger sind als hier, muss die Hilfe dort (in den schon vorhandenen Flüchtlingslagern) erfolgen, um mit den sehr begrenzten Mitteln zu helfen.
Die Beseitigung von Fluchtursachen, z.B. sind das Kriege, Freihandel, der die Wirtschaft der dritten Welt zerstört und der Klimawandel, ist der Hauptweg, um unserer Verantwortung gerecht zu werden.
Außerdem ist es inhuman, in armen Ländern Fachkräfte wie Ärzte, Ingenieure usw. abzuwerben, die dort mit einem im Vergleich zur Wirtschaftskraft hohen Aufwand ausgebildet werden,wie es der Migrationspakt fördern wird. Dieser Pakt zementiert die neokoloniale Ausbeutung und wird deshalb neue Flüchtlingsströme fördern. Verfolgten und Kriegsflüchtlingen muss man selbstverständlich helfen. Aber nicht in der Art eines südamerikanischen Patrons, der Hunderte Arbeiter unter unwürdigsten Bedingungen für sich arbeiten lässt und ab und zu ein Kind dieser Leute auf eine bessere Schule schickt.

Solidarität kann Klimawandel bekämpfen, aber nicht das, was manche für Solidarität halten.

In Kurzform: Viel Caritas für wenige, nicht immer Hilfsbedürftige, wenig Solidarität für die Mehrheit der Hilfsbedürftigen und sogar Verhöhnung von Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind(auch diese gehören zu den alten weißen Männern) löst kein Problem. Wer es allerdings hierher geschafft hat, muss menschlich behandelt werden.

Da in vielen Gegenden der Fluchtländer die Sonneneinstrahlung sehr viel höher als in Deutschland ist, kann Solidarität auch darin bestehen, dort energieintensive Produktion aufzubauen und einen bedeutenden Teil der Gewinne in ein Rentensystem (nicht in einzelne Renten!) und Infrastruktur zu stecken. Dadurch sinkt dort der Druck, viele Kinder zur Altersversorgung zu zeugen und der Klimawandel wird gleichzeitig verlangsamt.Jeder Einwohner, der hier mehr lebt, wird wegen der unsinigen Reaktion auf den Klimawandel in Form der Politik der mangelnden Grundlast und fehlender Energiespeicher einen winzigen Beitrag zur Erderwärmung leisten.