Die Sonnenaktivität

Der Sonnenaktivität wird sowohl aus theoretischen als auch aus statistischen Gründen ein erheblicher Einfluss auf das Klima zugeschrieben. Durch den verzögernden Einfluss der Meere als Wärmespeicher wirkt dieser Einfluss jedoch mehr über längere Zeiträume.

Die Aktivität der Sonne schwankt in mehreren Zyklen. Der kleinste Zyklus umfasst eine Periode von durchschnittlich 11,1 Jahren, die nächstgrößeren Zyklen eine Periode von etwa 86,5 Jahren bzw. 210 Jahren. 17 Perioden der 86- jährigen Periode und 7 Zyklen der 210- jährigen Periode überlagern sich zu einer Periode von rund 1470 Jahren. Rechnet man von 2018 86 Jahre zurück kommt man auf 1932. Rechnet man von 2018 hingegen 210 Jahre zurück, so kommt man auf 1808. In der folgenden Abbildung werden die Jahresmitteltemperaturen dieser Jahre mit den Jahren vor 2018 verglichen, um den Einfluss zufälliger Schwankungen, z.B. durch das El- Nino- Phänomen zu minimieren. Grundlage: Baur- Messreihen für Deutschland.

Es war also deutlich kälter. Rechnet man um 1470 Jahre zurück, so befinden wir uns mitten im Kältepessimum der Vökerwanderungszeit, das erst um 650 endete.
Das heißt nicht, das vor 210 oder 86,% Jahren die genauen Temperaturminima der jeweiligen Perioden lagen.

Fazit: Die Perioden der Sonnenaktivität lassen für die Gegenwart deutlich niedrigere Durchschnittstemperaturen erwarten. Tatsächlich tritt das Gegenteil ein. Prognosen zur Überlagerung verschiedener Klimafaktoren sind fragwürdig. Ein vorübergehender Stop der Erwärmung ist jedoch infolge der Sonnenaktivitätsperioden möglich.
Seit 1980 ist die Einstrahlung der Sonne um etwa 0, 5 W/m² gesunken.
210 Jahre nach 1845 ist das Jahr 2055 und 86,5 Jahre nach 1965 ist das Jahr 2051,5. Hier wäre ein möglicher Höhepunkt eines vorrübergehenden stockenden Klimawandels. Das Stocken könnte bald beginnen, aber auch kaum spürbar sein und nur von kurzer Dauer sein.
Hieraus den Beginn einer neuen Eiszeit abzuleiten, wie es einige Klimaskeptiker tun, ist extrem gewagt, da die Erdbahnparameter noch nicht für ständige kurze und kühle Sommer sorgen.
Das Wetter eines Jahres, und mag es noch so extrem sein, lässt keinerlei Schlüsse auf den Klimawandel zu, da auch chaotische Wetterprozesse Abweichungen vom Mittelwert bewirken können. Das gilt auch für den Sommer des Jahres 2018.

Erwärmt sich das Sonnensystem?

Ein weiteres Argument der Klimaskeptiker ist die angebliche Erwärmung der Himmelskörper unseres Sonnensystems, woran die Sonne schuld sei. Tatsächlich führen sie allerdings stets nur die selben 6 Planeten, Plutonen und Monde einschließlich der Erde mit einem Durchmesser von mehr als 1000 km auf(6 von 25!). Dabei ist der Jupiter(1). Was sie offenbar überlesen haben ist die Tatsache, dass es sich bei ihm um eine Prognoserechnung für den Fall der Vereinigung verschiedener Wirbelstürme zu einem großen Wirbelsturm handelt. Durch die Unterbrechung der Zirkulation sollen nach dieser Rechnung die Pole kälter werden und die Äquatorgegend solll wärmer werden. Da der Jupiter auch Eigenwärme erzeugt, soll die Erwärmung überwiegen. Was das mit der Sonneneinstrahlung auf die Erde zutun hat, bleibt ein Geheimnis der Klimaskeptiker.
Der Neptun(2) hat eine starke Bahnneigung der Bahnachse gegenüber der Bahn und somit ausgeprägte Jahreszeiten. Auf der Südhalbkugel beginnt jetzt ein Jahrzehnte langer Sommer. Da wir aus Sicht des Neptuns sehr nahe bei der Sonne stehen, sehen wir hauptsächlich die jeweilige Tagseite der Südhalbkugel. Also sehen wir, das es im Verlauf eines Neptuntagesimmer wärmer und wegen des beginnenden Sommers auch von Tag zu Tag wärmer wird. Für einen Klimawandel auf dem Neptun fehlt jeder Hinweis.
Ähnlich sieht es mit dem Mond Triton(3) aus, der ebenfalls einen Sommer auf der Südhalbkugels hat. Die Mitte des über 40 jährigen Sommers, der im Jahr 2000 began, ist noch nicht erreicht.
Auf dem Mars(4) wird das tatsächlich beobachtete teilweise Abschmelzen der Polkappen als Grundlage dieser Behauptung betrachtet. Die Beobachtung beruht aber nur auf dem Vergleich von 2 Fotos einer Gegend. Da der Mars nur eine dünne Lufthülle und starke Staubstürme aufweist, wird das Klima stark durch Staubstürme beeinflusst. Eines der Fotos wurde kurz vor und das andere nach einem starken Staubsturm gemacht. Ältere Vergleichsfotos ausreichender Auflösung, die eine dauerhaft größere Polkappe in der Vergangenheit belegen, gibt es nicht. Es wird also nur das Wetter und nicht das Klima verglichen.
Aber beim Pluto(5) kennt man keinen solchen Grund. Hier liegt das Problem darin, das die Erwärmung auf dem Pluto stärker ist als auf der Erde. Allerding ist die Einstrahlung dort grob gerundet 900 mal schwächer. Also ist die Erwärmung viel zu hoch und es muss noch einen anderen, stärker wirkenden Grund für die Erwärmung geben. Die vierte Potenz der Temperatur proportional zur Einstrahlung, so dass zu einer sonnenbasierten Erderwärmung um 1 Grad auf dem Pluto nur eine Erwärmung um 0,18 Grad gehört. Ähnlich verhält es sich beim Vergleich der effektiven Strahlungstemperaturen: 44 K zu 255 K sind ein Verhältnis von 0,17 zu 1. Es gibt also mindestens einen zweiten Hauptgrund, der diesen Anstieg verzehnfacht. Aufgabe der Klimaskeptiker wäre es also, nachzuweisen, dass dieser Hauptgrund nicht der einzige Grund ist. Dies tun sie aber nicht. Sie freuen sich statt dessen, dass sie überhaupt ein Argument haben.

Was bleibt: Wage Argumente bei Pluto, Erde und Mars. Selbst wenn man Monde ohne oder mit extrem dünner Atmosphäre ausschließt, sind es drei von 14. Ein ganzes Sonnensystem, dass infolge der Sonnenstrahlung wärmer wird, sieht anders aus.